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Fort-/Weiterbildung

Fort- und Weiterbildung im Internet-Zeitalter


Rund zwölf Millionen Berufstätige beteiligen sich pro Jahr an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen. Die jährlichen Investitionen in Mitarbeiterqualifizierung - bis zu 50 Milliarden Euro - übersteigt die Summe aller Ausgaben für Schulen und Hochschulen in Deutschland. Immer mehr Personalentwickler setzen auch das Internet zur Fort- und Weiterbildung ein - und können so Kosten sparen.


Leichtere Recherche nach geeigneten Seminaren

Schon allein die Suche nach geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen erleichtert das Internet den Personalentwicklern. Stellen Sie sich vor, Sie suchen für einen Ihrer Mitarbeiter ein Seminar zum Thema Prozessmanagement. Früher mussten Personalabteilungen erst einmal mühsam recherchieren, welche Anbieter solche Kurse überhaupt in akzeptabler Entfernung vom eigenen Unternehmen veranstalten. Ein umfassender Preis-Leistungsvergleich war mit erheblichem Aufwand verbunden. Heute genügt ein Mausklick - und schon stellen ihnen Online-Seminardatenbanken (beispielsweise www.seminarmarkt.de) eine Fülle von Informationen über Veranstalter, Seminarinhalt, Termine, Preise und Veranstaltungsorte zur Verfügung - egal, ob man nun ein Seminar zum Thema Coaching oder eines zum Thema Zeitmanagement sucht. Häufig kann dann das entsprechende Seminar beim Veranstalter auch direkt online gebucht werden. Das umständliche und zeitaufwändige Anmeldungsprozedere per Post oder Fax entfällt.

E-Business macht Weiterbildung günstiger

Nun haben viele Unternehmen, die den Anspruch ihrer Mitarbeiter auf regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen eigentlich ernst nehmen würden, ein finanzielles Problem: Es kostet richtig viel Geld, die Angestellten auf Präsenzseminare zu schicken, da schließlich nicht nur die Kursgebühren zu bezahlen sind, sondern in vielen Fällen auch Reise- und Hotelkosten anfallen und die Mitarbeiter über einen gewissen Zeitraum für die Weiterbildungsmaßnahme freigestellt werden müssen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können dies nicht leisten. So ist es kein Wunder, dass viele Experten im sogenannten E-Learning den dritten großen Internet-Trend nach E-Mail und E-Commerce sehen. Unter E-Learning versteht man das wachsende Angebot an interaktiven Weiterbildungsangeboten, etwa über CD-ROM, Video oder Internet. Der große Vorteil daran: Die Teilnehmer müssen nicht in die Schule kommen, sondern die Schule kommt dorthin, wo der Teilnehmer ist. Das bedeutet im Klartext: Die Mitarbeiter können E-Learning-Kurse am eigenen Arbeitsplatz oder an entsprechenden Computer-Arbeitsplätzen im Unternehmen absolvieren - die Ausfallzeiten verkürzen sich auf diese Weise immens.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Standard-Lernsoftware beziehungsweise Online-Seminaren, die die Palette der typischen Weiterbildungsthemen - von "Buchhaltung" bis zu "Microsoft Office" - abdecken. Unternehmen haben aber zusätzlich die Möglichkeit, sich von spezialisierten Multimedia-Agenturen individuelle computergestützte Seminare entwickeln zu lassen. Dies kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen ein neues Produkt einführt und seine Vertriebs- und Außendienstmitarbeiter in der Verkaufsstrategie schulen möchte.

Mitarbeiterwissen dingfest machen

Ein bislang großes Problem in Unternehmen war es, dass die Firmen nur solange über das Wissen ihrer Mitarbeiter verfügen konnten, solange der Mitarbeiter in dem Betrieb beschäftigt war. Ging er jedoch in Rente oder wechselte er den Job, ging das Wissen mit ihm. Gerade für Firmen, die kontinuierlich in die Weiterbildung ihrer Angestellten investieren, war dies besonders ärgerlich. Mithilfe von neuen E-Business-Technologien kann Mitarbeiterwissen jetzt aber sozusagen dingfest gemacht werden. Das ist es im Prinzip, was Experten unter dem neuen Modewort "Knowledge Management" oder zu deutsch "Wissensmanagement" verstehen. Es geht um die Implementierung von netzgestützten Datenbanken, in die Mitarbeiter das Wissen aus ihrem Kopf so einfließen lassen sollen, dass es auch von anderen Mitarbeitern genutzt werden kann. Statt dass Angestellte also immer wieder Probleme lösen müssen, für die andere Angestellte bereits einen optimalen Lösungsweg gefunden haben, können sie auf Mausklick einfach vom Wissen ihrer Kollegen profitieren.

Was sich in der Theorie traumhaft anhört, ist in der Praxis jedoch nicht selten schon gescheitert. Denn viele Unternehmer vergessen, dass Wissen in den Köpfen ihrer Mitarbeiter Macht bedeutet. Teilen sie ihr Wissen mit den anderen, fühlen sie sich schnell austauschbar und sehen ihre Position im Unternehmen gefährdet. Es bedarf also ausgefeilter Motivationsstrategien und einer gehörigen Portion Fingerspitzengefühl, um solche Knowledge-Management-Lösungen erfolgreich im Unternehmen zu implementieren. In unserer Hintergrundgeschichte erfahren Sie mehr dazu.

Das Internet - eine Herausforderung für Ihre EDV-Abteilung

Können das Internet und E-Business Personalentwickler in ihrer Arbeit deutlich entlasten, bedeuten sie für die EDV-Verantwortlichen eines Unternehmens jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. Beinahe täglich kommen neue Technologien hinzu, die es auf das Optimierungspotenzial für das eigene Unternehmen hin zu analysieren gilt. Werden neue E-Business-Lösungen - beispielsweise ein Content-Management-System oder eine E-Recruiting-Software angeschafft - stoßen EDV-Verantwortliche ohne entsprechende Ausbildung schnell an ihre Grenzen. Zwar können Spezialisten mit Rat und Tat bei der Einführung der neuen Lösung beratend zur Seite stehen, bei der Wartung und Pflege der neuen Software geht dies jedoch ins Geld. Daher hat die regelmäßige Schulung der EDV-Verantwortlichen in Unternehmen, die technologisch auf dem neuesten Stand bleiben wollen, eine deutlich höhere Priorität als früher, wo es - vereinfacht gesprochen - lediglich darum ging, Microsoft Office auf allen Clients am Laufen zu halten.

Je komplexer die IT-Landschaft im eigenen Unternehmen wird, desto mehr macht es Sinn, die Mitarbeiter in sehr eng fokussierten Bereichen zu schulen. So bietet beispielsweise jedes große IT-Unternehmen, sei es nun beispielsweise Microsoft oder Sun, mittlerweile zertifizierte Kurse zu ihren Produkten an. Die IT-Verantwortlichen können sich beispielsweise zum "Microsoft Certified Database Administrator" (MCDBA) oder zum "Sun-zertifizierten Web Component Developer für die Java 2 Plattform, Enterprise Edition (J2EE)" weiterbilden. Die Kurse können entweder bei einem traditionellen Seminaranbieter oder im Selbststudium absolviert werden. Eine entsprechende Prüfung am Ende der Weiterbildungsmaßnahme stellt sicher, dass der Teilnehmer über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, was ihm schließlich mit einem Zertifikat bescheinigt wird. Arbeitslose können unter Umständen sogar Fördermittel durch das Arbeitsamt beantragen.

Allerdings lohnt sich für Unternehmen die Investition in derartige Kurse nur, wenn sie wirklich auf Dauer einen Mitarbeiter in diesem Bereich zu beschäftigen plant. Ansonsten ist es vermutlich rentabler, fehlendes Expertenwissen kurzfristig einzukaufen.



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