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E-Recruiting

Personal per Mausclick


Kaum ein Bereich der digitalen Wirtschaft verzeichnete so schnelle und durchschlagende Erfolge wie die Online-Jobbörsen. Selbst während der Dotcom-Krise nach 2000 kamen Plattformen wie Monster.de und Stepstone auf rasante Wachstumsraten. Gleichzeitig brach den klassischen Zeitungsverlagen der Anzeigenumsatz weg, weil immer mehr Job-Inserate ins Internet abwanderten. Der Trend zum E-Recruiting ist ungebrochen: Nach einer Studie des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main nutzt mittlerweile jedes zweite der 1000 größten deutschen Unternehmen Jobbörsen „intensiv“ zur Gewinnung von qualifiziertem Personal. Offenbar aus gutem Grund, denn wie die Studie weiter feststellt, reduziert der Einsatz von E-Recruiting-Instrumenten die Kosten für die Personalsuche im Schnitt um 28 Prozent und die Dauer bis zu Einstellung eines neuen Mitarbeiters um 26 Prozent.


Chancen für den Mittelstand

Damit ergeben sich auch für kostenbewusste Mittelständler interessante Perspektiven. Sie können via Internet auf Augenhöhe mit den Großen ihrer Branche auf Mitarbeitersuche gehen, weil Online-Einträge in Monster & Co auch für kleinere Firmen bezahlbar sind. Opulente Stellanzeigen in überregionalen Tageszeitungen wie „Süddeutsche Zeitung“ oder „FAZ“, die neben dem eigentlichen Recruiting-Zweck auch der Imagepflege dienen, sprengen das Budget vieler Firmen. Die Auswahl an Jobbörsen ist hoch: Fachleute schätzen ihre Zahl auf rund 600, denn neben den großen Anbietern haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Spezial-Plattformen wie Ingenieurweb (Ingenieure), IT-Jobs.de (Informatiker, Entwickler) oder Jobvector (Naturwissenschaftler) etabliert. Hinzu kommen die Websites der etablierten Verlage, die ihre Print-Anzeigenmärkte an das Internet anbinden wollen.

Die Vorteile des E-Recruiting liegen gerade für Mittelständler auf der Hand: Sie können nicht nur kostengünstiger, sondern auch effektiver nach Personal suchen. Jobbörsen oder auch Stellenausschreibungen auf der eigenen Firmen-Website erreichen schließlich einen weltweiten Nutzerkreis – den wechselwilligen Ingenieur in der nächsten Kreisstadt ebenso wie seinen Kollegen im Auslandseinsatz und den Werksstudenten aus der Nachbarschaft wie seinen Kommilitonen während des USA-Semesters.


Kampf um eine knappe Ressource

Erfolgreiche Personalsuche dürfte für den Mittelstand in den kommenden Jahren so wichtig werden wie noch nie. Der zunehmende Mangel an Fachkräften trifft KMUs besonders hart, weil sich Berufseinsteiger traditionell in Richtung Großunternehmen orientieren. Im Kampf um die knapper werdende Ressource Mensch ist also jeder Mittelständler gut beraten, digitale Technologien möglichst effizient zu nutzen. Mit einer Online-Stellenanzeige und einer E-Mail-Adresse auf der Firmen-Homepage ist es dabei allerdings nicht getan. Professionelles E-Recruiting umfasst den kompletten Personalprozess von der Akquise über die Auswahl bis hin zur Personalverwaltung.

Dabei laufen immer mehr Einzelschritte komplett digital ab: Die elektronische Bewerbungsmappe, noch vor zehn Jahren der letzte Schrei, wird in immer mehr Personalbüros zum Standard. Klassische Papier-Dokumente werden eingescannt und jederzeit und an jedem Ort verfügbar zu sein. Und für den berühmten „persönliche Eindruck“ ist mehr unbedingt das persönliche Gespräch über den Schreibtisch hinweg erforderlich: Bewerbungs-Videos, in denen sich die Bewerber als kompetente Arbeitskräfte präsentieren, gewinnen an Bedeutung. Selbst die gefürchteten Assessment-Center haben Konkurrenz erhalten – die aufwendigen Kandidatenrunden können längst durch computergestützte Analyseverfahren („E-Assessment“) ersetzt werden.



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