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Supply Chain Management

SCM: Profitieren von der Wertschöpfungskette


Supply Chain Management wird von vielen Mittelständlern immer noch als abstrakte BWL-Theorie oder als Modeerscheinung abgetan. Tatsächlich ist jedes Unternehmen Teil einer Wertschöpfungskette, die sich wie jeder andere Geschäftsprozess digital abbilden lässt. Vielfach führt daran auch kein Weg vorbei: Wer etwa als Zulieferer für Großunternehmen produziert und liefert, wird sich deren Forderungen nach lückenloser Information und Dokumentation nicht entziehen können. Es liegt an jeder einzelnen Firma, ob sie SCM als Risiko oder als Chance begreift.


Mehr als nur Logistik

Eine der besten Definitionen von SCM stammt immer noch von Jörg von Steinaecker (Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation) und Michael Kühner (Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement). Demnach geht es bei SCM darum, die Aktivitäten des eigenen Unternehmens so mit den anderen Akteuren der logistischen Kette abzustimmen, dass die Produkt- und Warenschlangen möglichst klein werden und produzierende Unternehmen die jeweiligen Kunden möglichst kostenminimal optimal versorgen können.

Aus Sicht eines produzierenden Unternehmens existieren entlang dieser Kette diverse Stationen, die dabei eine Rolle spielen können, seien es nun Lieferanten und Vorlieferanten, das Beschaffungslager, Logistikdienstleister, outgesourcte Unternehmen und Dienstleister, die als verlängerte Werkbank dienen, mehrere eigene Standorte, Entsorgungsunternehmen, Speditionen, Distributionslager und -verteilzentren, der Groß- und Einzelhandel, Endverbraucher oder Servicepartner.

Oft wird SCM mit Logistik verwechselt, doch es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied: Logistik beschränkt sich auf Transport und Materialflüsse, während Supply Chain Management den gesamten betriebswirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess abdeckt. Logistik befasst sich mit dem Transport von Waren, SCM dagegen mit profitablen Lieferketten. Ein gut funktionierendes SCM-System berücksichtigt darum den gesamten Organisationsablauf eines Unternehmens.

Wie dies in der Praxis aussehen kann, behandelt die Veranstaltung des bwcon-Arbeitsbereichs Connecting Technologies am 29. März 2007. Mehr zum bwcon-Dialog bei Verigy „Supply Chain Management im 21. Jahrhundert“ erfahren Sie hier.


Babylonische Begriffsverwirrung

Für IT-Verantwortliche in den Unternehmen dürfte das ein schwacher Trost sein. Wenn sie vor die Aufgabe gestellt werden, ein Supply Chain Management-System zu bewerten, auszuwählen und zu implementieren kommen zunächst ganz andere Fragen auf sie zu: Wie wird SCM von möglicherweise schon bestehenden Material Requirement Planning-Tools oder von Produktionsplanung und –steuerung (PPS) abgegrenzt?

In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die mehrheitlich eingesetzten Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme die Abstimmung und Koordinierung einer vergrößerten Anzahl von Akteuren nur unzureichend unterstützen. Auch machen Internet-Technologien sowie neue intelligente Algorithmen einen effizienten Datenaustausch unter allen Beteiligten einer Lieferkette, bzw. eines Liefernetzes erstmals überhaupt möglich. ERP-Systeme hingegen, die internetbasiert arbeiten, können zwar grundsätzlich Supply-Chain-Fähigkeiten bereitstellen - beispielsweise im Einkauf, Manufacturing, Auftragsmanagement, Transport- oder Warehouse-Management. Allerdings fehlt diesen die Integration über Bereiche, Standorte und Firmen.

Fachleute unterscheiden zwischen Supply Chain Planning (SCP) und Supply Chain Execution (SCE). Ersteres umfasst alle Planungsprozesse zur Optimierung des Liefernetzwerks, während sich SCE mit der operativen Umsetzung befasst. Die Software-Unterstützung erfolgt durch Kommunikations-, Visualisierungs-, Informations-, E-Business- und E-Commerce-Lösungen. 

In der Regel werden SCM-Lösungen in zwei Varianten angeboten: SCM-Packages sind Standard-Produkte, die durch Kombination unterschiedlicher Module, Funktionen und Schnittstellen an die jeweiligen Kundenanforderungen angepasst werden. SCM-Toolkits dagegen bieten Frameworks für individuelle Lösungen, die allerdings mit deutlich höheren Kosten verbunden sind.

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