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Open Source Software

Quelloffen ist clever


Der Erfindungsreichtum der Open-Source-Entwickler scheint grenzenlos: Weit über 200.000 Programme listet allein der Online-Katalog Freshmeat.net auf, der zu den größten Plattformen seiner Art gehört. Mit der Vielfalt der angebotenen Lösungen wächst die Attraktivität des Open Source-Prinzips auch für kleinere und hochspezialisierte Unternehmen.


Open-Source-Eldorado im Südwesten

Dennoch gibt es in vielen Firmen noch Vorbehalte. Sachlich sind sie nur selten zu begründen. Meist ist Unwissenheit im Spiel: Open Office wird da etwa mit Linux gleichgesetzt (und gern als zu kompliziert abgestempelt), als qualitativ minderwertig beargwöhnt ("Was gut ist, kann nicht kostenlos sein") oder auch als juristisch bedenklich eingestuft. Dabei ist guter Rat in Sachen Open Source nicht teuer: Zahlreiche privatwirtschaftliche und öffentliche Initiativen haben sich des Themas angenommen. Baden-Württemberg geht mit gutem Beispiel voran. Seit 2005 ist hier etwa die Linux Solution Group e.V. (LiSoG) mit dem Ziel aktiv, linuxbasiertes Business zu fördern. Zu den 29 Gründungsmitgliedern zählen Global Player der IT-Branche, mittelständische IT-Anbieter aber auch Anwender, Städte und Kommunen sowie wissenschaftliche Einrichtungen. Mittlerweile ist die Organisation auf 82 Mitglieder angewachsen. Die Kooperationsplattform ist längst auch über die Landesgrenzen hinaus gewachsen und unterhält Kontaktbüros in Österreich, der Schweiz und in Hamburg. Zahlreiche Veranstaltungen der Initiative wie z. B. "LiSoG: Mobile Solutions mit Open Source Software" am 25. September 2008 in Stuttgart informieren IT-Entscheider und Anwender über verschiedene Aspekte beim Einsatz von Open-Source-Software.

Breites Bündnis

Die LiSoG erarbeitet mit einem unabhängig agierenden Architekturboard pro Jahr mehrere konkrete branchen- und technologieorientierte Lösungsszenarien. Unter anderem wurde der Aufbau eines Linux und Open Source basierten Thin Clients realisiert.

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Die LiSoG stellt auf ihrer Website eine Vielzahl von Publikationen zur Verfügung.

ebigo.de hat Ihnen eine kleine Auswahl zusammengestellt.
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Neben den Global Playern der IT-Branche fördert die Initiative auch viele mittelständische Unternehmen, die sich mit Linux und Open Source beschäftigen. Mitglieder sind beispielsweise als IT-Anbieter IBM, Fujitsu Siemens, Novell, Pironet und Red Hat, als privatwirtschaftliche Anwender die Stuttgarter Versicherung, die Finanzgruppe Delta Lloyd oder auch ein Mittelständler wie der schwäbische Touristik-Anbieter 100% Kanu + Bike. Der Freistaat Bayern, die Schweizer Bundesverwaltung, die Stadt Wien und die baden-württembergischen Kommunen Freiburg, Bad Mergentheim, Böblingen und Schwäbisch Hall gehören ebenso wie mehrere Universitäten und Fachhochschulen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In Baden-Württemberg tut sich aber noch mehr: So hat die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH das Informationsportal Open Source Region Stuttgart ins Netz gestellt, an das nunmehr als 166 Firmen angebunden sind. Die Website informiert über Veranstaltungen und aktuelle Projekte, darunter das Workshop-Angebot „Fitnessprogramm Open Source“, das sich speziell an Mittelständler richtet.

Im Software-Zentrum Böblingen / Sindelfingen gibt es zudem seit 2004 der "Open Source Lösungspark“. 14 mittelständische Anbieter sind hier im Bereich freier Software aktivv. Gefördert wird das Netzwerk unter anderem von den benachbarten Großunternehmen Daimler, Hewlett-Packard und IBM.

Vater Staat entdeckt die freie Software

Dass Open Source nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in der Verwaltung angekommen ist, zeigt die Stadt München, wo der linuxbasierte Arbeitsplatz auf den PCs der Stadtverwaltung München stufenweise die bestehenden Microsoft Windows Betriebssysteme ablöst. In Baden-Württemberg spielt Schwäbisch Hall eine Vorreiterrolle. Hier wurde die bisherige Collaboration-Software durch die leistungsfähige Groupware-Lösung Open-Xchange Server ersetzt.

Linux wird von kommunalen Anwendern immer öfter als Alternative in Überlegungen zur IT-Strategie einbezogen. Aus diesem Grund hat die Novell GmbH gemeinsam mit HP und unabhängigen Software-Anbietern die Initiative Linux Kommunale ins Leben gerufen und erstmals ein durchgängiges Linux-basierendes Lösungsportfolio für Kommunalverwaltungen geschaffen. Es zeigt sich, dass Open Source schon lange keine Domäne idealistischer Programmierer mehr ist, sondern ein handfestes Geschäftsmodell.

Freie Software als funktionierendes Geschäftsmodell

Denn mit freier Software wird gutes Geld verdient: Kostenfrei sind bekanntlich nur die Programme selbst, die aufgrund ihrer öffentlichen Quellcodes rund um die Uhr und in aller Welt weiterentwickelt werden können. Die Dienstleistungen rund um die Software sind dagegen normale und professionell honorierte Jobs. Dabei geht es um Beratung, Installation und Inbetriebnahme, individuelle Anpassungen der Software an Kundenbedürfnisse, Schulungen, Services für Ausfallsicherheit, Systemwartung, Softwarepflege und regelmäßige Updates.

Wie bei jedem anderen IT-Dienstleister dürften die Auftraggeber darum auch im Open-Source-Bereich eine funktionierende Software erwarten. Sobald Dienstleister mit Aufgaben zum Thema Open Source beauftragt werden, haften diese dafür, dass der Auftrag korrekt ausgeführt wird. Der Umfang des Auftrages sollte demnach zusammen mit einem Pflichtenheft fixiert sein. Und für den Fall der Fälle sollte die Gewährleistung alle wichtigen Punkte umfassen: Die Auswahl einer geeigneten Open Source Software, die korrekte Installation, Gewährleistungsansprüche für die Betriebssicherheit und sämtliche Anpassungen und Erweiterungen.

Wer mit den besonders populären Open-Source-Programmen arbeitet, hat bei der Wahl der Dienstleister meist die Qual der Wahl und wird auch in der Fachliteratur auf ein reichhaltiges Informationsangebot stoßen. Bei den Betriebssystemen etwa hat Linux schon beinahe Klassiker-Status erreicht und im Office-Bereich gilt Open Office als ebenbürtiger Microsoft-Konkurrent. Gleiches gilt für den Internet-Browser Firefox und das E-Mail-Programm Thunderbird. Und das freie Bildbearbeitungsprogramm GIMP kann es teilweise schon mit dem Layout-Klassiker Adobe Photoshop aufnehmen.

Aber auch im engeren Business-Segment hat sich eine professionelle Experten-Szene aus Entwicklern, Beratern und Trainern gebildet. Zum Beispiel rund um das ERP- und CRM-System Compiere, einer betriebswirtschaftlichen Komplettlösung für mittelständische Unternehmen, das auf eine Oracle-Datenbank aufsetzt. Weit verbreitet ist auch die browserbasierte Warenwirtschafts- und Finanzbuchhaltungssoftware SQL Ledger , die unter verschiedenen Unix-Varianten, Mac OS X, Windows und Linux läuft. Im Bereich Content-Management-Lösungen bietet die Open Source-Gemeinde ebenfalls eine reichhaltige Auswahl. Mit dem Programm TYPO3 etwa wird selbst die Website der E-Business-Fachzeitschrift „Internet World“ gepflegt.


Quelle Teaserbild:: Photocase.com | franzernst



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Überblick
Open-Source-Software als professionelle Alternative
Hintergrund
Open Source in der Praxis: Vier erfolgreiche Programme
Hintergrund
LiSoG stellt Lösungen und Best-Practice vor
Hintergrund
Der Einsatz von Open Source Software aus rechtlicher Sicht
Fallbeispiel
Nichts geht über eigene Erfahrung
Buchtipps
Weiterführende Literatur zum Thema
Interview
Dr. Harald Neumann (IBM)
Interview
Interviewreihe "Questions on Open Source" der Open Source Region Stuttgart
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