Jitter nennen Fachleute die zeitliche Schwankung zwischen dem Empfang von zwei Datenpaketen. Um große zeitliche Schwankungen zu kompensieren, werden „Pufferspeicher“ (Buffer) eingesetzt. Die Größe des Puffers muss dabei auf die Laufzeit abgestimmt sein. So kann ein zu groß gewählter Speicher zu einer Verschlechterung der Laufzeit führen. Datenverluste schließlich entstehen, wenn die einzelnen Digital-Pakete nicht oder nicht in der richtigen Reihenfolge zum Empfänger geleitet werden. Die Folge ist eine deutliche Verschlechterung der Sprachqualität. Datenverluste bzw. eine erhöhte „Verlustrate“ werden häufig durch zu starken Traffic im Netzwerk verursacht. Eine stabile Datenverbindung mit angemessenen Kapazitäten ist darum die Grundvoraussetzung für jedes erfolgreiche VoIP-Projekt. Für eine Verbindung in ISDN-Qualität muss ein DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von mindestens 100 kbit/s in beide Richtungen zur Verfügung stehen. Beide Richtungen bedeutet: Es kommt letztlich auf den Upstream an, der wesentlich geringer als der Downstream ist.
Besser als Mobilfunk
Nach derzeitigem Stand der Internet-Technologie kann allerdings auch der sorgfältigste Dienstleister keine absolut sichere Übertragungsqualität garantieren. Übertragungsverluste und zeitweilige Aussetzer sind immer wieder möglich. Auch die Ausfallsicherheit der IP-Telefonie ist derzeit wesentlich geringer als die herkömmlicher Telefonnetze. US-Studien zufolge liegt sie bei knapp 97 Prozent. Das entspricht immerhin einem Ausfall an insgesamt elf kompletten Tagen im Jahr. Zudem gibt es bei vielen DSL-Providern eine so genannte 24-Stunden-Zwangstrennung, die ständig benutzte Leitungen in regelmäßigen Abständen unterbricht. Die anschließende Neueinwahl kann mitunter mehrere Minuten in Anspruch nehmen. In diesem Punkt ist VoIP der klassischen Telefonie immer noch unterlegen. Anders sieht es im Vergleich zum Mobilfunk aus: Hier schneiden Sprachqualität und Ausfallsicherheit der internetbasierte Systeme deutlich besser ab.
Unschlagbarer Telekommunikations-Komfort
Außerdem kann die IP-Telefonie mit softwaregestützten Zusatzfunktionen aufwarten, über die herkömmliche Telefonnetze nicht verfügen. Der Stuttgarter Lokalsender Radio Energy etwa nutzt seit dem Umstieg auf Voice over IP ein Gebührenerfassungsprogramm, eine Voicemail-Lösung mit Telefonabfrage, Anrufbeantworter, Fax- und weitere Komfort-Funktionen. Dadurch können Mitarbeiter beispielsweise am PC sehen, welche Kollegen gerade telefonieren und wer für externe Anrufer erreichbar sind.
Unterm Strich kann VoIP als vollwertige Alternative zum klassischen Telefonnetz angesehen werden. Darauf deutet auch die immer größere Zahl an Unternehmen hin, die ihre Telekommunikationsanlagen internet-tauglich machen. Viele Marktforscher glauben sogar an einen Massenmarkt: Das Research-Unternehmen Forrester etwa rechnet damit, dass VoIP bereits im Jahr 2010 knapp ein Drittel des gesamten Festnetzmarktes ausmachen werde.