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Open Source CRM/ERP

CRM und ERP ohne Lizenzkosten


Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen klingt es verlockend: Kundenbeziehungen verbessern, Unternehmensprozesse optimieren und Geld dabei sparen, mehr können sich kostenbewusste Firmenchefs eigentlich gar nicht wünschen. Open Source-Unternehmenssoftware soll es möglich machen, also lizenzfreie Software für Customer Relationship Management oder Enterprise Resource Planning. Zu schön um wahr zu sein, mag sich mancher Mittelständler denken, und tatsächlich gibt es immer noch Vorbehalte gegen die Kostenlos-Systeme. Oft ist Unwissenheit im Spiel: Open Source wird da etwa mit Linux gleichgesetzt (und gern als zu kompliziert abgestempelt), als qualitativ minderwertig beargwöhnt ("Was gut ist, kann nicht kostenlos sein") oder sogar als juristisch bedenklich eingestuft.


Stetig steigendes Angebot

Höchste Zeit also, den Markt unter die Lupe zu nehmen, denn das Angebot ist selbst für Insider kaum noch zu überschauen. Mehr als 160.000 Software-Projekte sind laut Branchenplattform Sourceforge.net in der Open Source-Gemeinde derzeit in Arbeit. Die Auswahl wird für Unternehmen also immer größer, und mit der Vielfalt wächst die Attraktivität des Open Source-Prinzips auch für kleinere und hochspezialisierte Unternehmen.

Dabei kann sich die Bandbreite mancher Lösungen durchaus sehen lassen. Mit der Software-Suite Compiere steht im Open Source-Bereich sogar ein wahres Multitalent zur Verfügung: Das System unterstützt Einkauf und Verkauf, Lagerverwaltung, Finanzbuchhaltung, Marketing, Projektmanagement, Customer Relationship Management, Content Management, Supply Chain Management und Workflow Management und ermöglicht sogar E-Mail-Integration. Allerdings ist es mit der Gratis-Kultur sehr schnell vorbei, wenn größere Datenbanken angebunden werden müssen. Meist sind dann nämlich kostenpflichtige Oracle-Lizenzen erforderlich.

Reelle Lösungen für KMUs

Wer nicht ganz so hohe Ansprüche stellt, kann auch mit weniger komplexen Open Source-Lösungen glücklich werden. Vorausgesetzt, er beachtet einige Kleinigkeiten: Das Software-Projekt sollte lebendig sein und somit eine langfristige Weiterentwicklung versprechen. Open Source lebt bekanntlich vom Austausch der Entwicklergemeinde. Je mehr Programmierer sich mit der Software befassen, umso langfristiger die Perspektive für ihre Nutzer. Außerdem sollte eine deutsche Benutzeroberfläche angeboten werden. Die Kompatibiliät mit gängigen Betriebssystemen und qualitative Mindeststandards gelten ohnehin als Grundvoraussetzungen.

Im CRM-Bereich etwa kann der Anwender Basis-Funktionen für Marketing- und Verkaufsprozesse erwarten. Dazu gehören die Pflege von Kundendaten, das Kontakt -  und Kampagnenmanagement und eine Vorgangsbearbeitung, die möglichst von der Kontaktanbahnung bis zur Fakturierung reicht. Professionelle Open Source-Lösungen sind etwa SugarCRM, OpenCRX, XRMS und TinyERP.

Ganz kostenfrei ist aber auch Open Source-Welt natürlich nicht. Gratis sind bekanntlich nur die Programme selbst. Für damit zusammenhängende Dienstleistungen müssen natürlich die branchentypischen Honorare entrichtet werden. Dazu gehören Beratung, Installation und Inbetriebnahme, individuelle Anpassungen der Software an Kundenbedürfnisse, Schulungen, Services für Ausfallsicherheit, Systemwartung, Softwarepflege und regelmäßige Updates. Der damit verbundene Aufwand sollte jedoch nicht überschätzt werden, schließlich fallen ähnliche Kosten auch beim Einsatz klassischer Softwarepakete an – zusätzlich zu den Lizenzgebühren. Doch der Mittelstand zeigt sich misstrauisch. Laut „Computerwoche“ laufen dort zurzeit maximal zwei Prozent aller CRM-Systeme auf Open Source-Basis. Die beiden Schwergewichte SAP und Oracle (inklusive Siebel) kommen dagegen auf Marktanteile von 35 bzw. 16 Prozent.



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