Eitel Dignatz, Referent des Computerwoche Mittelstandsforums sowie Strategieberater und Inhaber der Unternehmensberatung Dignatz Consulting, hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Unternehmen bei der Migration auf Open Source Software berücksichtigen sollten.
Grüppchen bilden:
Welche Gemeinsamkeiten bestehen bei den Arbeitsplätzen bezüglich
- der benötigten Funktionalität,
- der Software-Ausstattung,
- der Hardware-Ausstattung?
Umstrukturieren:
Welche Möglichkeiten gibt es, durch organisatorische Maßnahmen
- die Unterschiede zu reduzieren, und dadurch
- die Anzahl der unterschiedlichen Rechner-Kategorien zu senken?
Welche Software muss ersetzt werden?
Gibt es Pendants unter Linux? Können Daten grundsätzlich übernommen werden? Erlaubt das alte System einen Daten-Export in ein portables Format?
- Muss jedes Dokument, bzw. der gesamte Datenbestand, manuell per Point & Click exportiert werden?
- Gibt es Möglichkeiten, alte Dokumente per Skripting
- in ein portables Format oder
- in das neue Zielformat zu konvertieren?
Welche Software kann nicht ersetzt werden?
Welche Arbeitsplätze sind davon betroffen? Ist es zweckmäßig,
- einen Reserve-PC für Altlasten bereitzustellen, auf dem ausschließlich die nicht ersetzbare Software läuft oder ist es besser,
- bestimmte Arbeitsplätze so zu belassen, wie sie sind?
Wo sind Schulungsmaßnahmen erforderlich?
- für Administratoren?
- für Anwender?
An welchen Arbeitsplätzen sollte jedwede Änderung tunlichst vermieden werden?
Welche Hardware kann unter Linux
- nicht genutzt, oder
- nur eingeschränkt genutzt werden?
Beispiele:
- Soft-Modems
- GDI (Windows-only-) Drucker
Welche Migrations-Strategie soll umgesetzt werden:
- phasenweise Umstellung oder die
- "big bang"-Methode?
Wie organisiere ich einen aussagekräftigen Testlauf?
Welche Systeme/Arbeitsplätze migriere ich in welcher Reihenfolge?
Wie schaffe ich Fallback-Möglichkeiten?
Welche externe Unterstützung benötige ich
- für die Migrationsplanung,
- für die eigentliche Migration,
- für die Schulung der Administratoren,
- für day-to-day operations nach der Umstellung
Welche Ressourcen benötige ich unmittelbar nach der Umstellung(Anfangsphase) im Hinblick auf
- eigenes Personal
- Budget
"Nichts wissen macht nichts" - Eine Linux-Umstellung nach der "nichts wissen"-Methode wäre die teuerste Lösung. Insgesamt ist es deutlich preiswerter, einen "Lotsen" zu engagieren, und zwar trotz des Honorars, das Sie ihm zweifellos zahlen müssen. Der Berater sollte aber schon im Unix-Umfeld gezeigt haben, was er kann, und vor allem, dass er auch die Klippen kennt. Der freundliche Vertriebsbeauftragte Ihres Hardware-Anbieters ist allerdings kein Berater, auch dann nicht, wenn er sich so nennt. - "You get what you pay for", wie der Amerikaner sagt.
Das Beste zum Schluss: Das Sparpotenzial beträgt ein Vielfaches der eingesparten Lizenzkosten
Copyright: Dignatz Consulting
Eitel Dignatz war knapp zwei Jahrzehnte im technischen Unix-Umfeld als Trainer und Berater tätig und widmet sich seit 1998 Unternehmensberatungs-Aufgaben im IT-Bereich. Hierzu zählen Technologieberatung für Unternehmen, die Open Source einsetzen wollen, als auch Marketing- und Vertriebsberatung für Open-Source- und Dienstleistungs-Anbieter. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Open-Source-basierte E-Business- und Web-Technologien.
Der Berater hat nach eigenem Bekunden "Unix im Blut" und setzt sich bereits seit Anfang der achtziger Jahre für offene Standards ein. Er ist, neben seinen zahlreichen Vorträgen, vor allem auch durch seine pointierten Gastkommentare in verschiedenen Print- und Online-Medien bekannt. Einladungen als Redner erhielt Eitel Dignatz unter anderem von folgenden Institutionen: Europa-Parlament in Brüssel, Belgisches Nationalparlament, Ministère de Région Bruxelles-Capitale (MRBC), Joint Research Center (JRC) der EU, KBSt im Bundesministerium des Innern. Im Bereich Marketingberatung zählen international tätige Open-Source-Firmen ebenso zu den Kunden wie große deutsche IT-Hersteller.