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Digitale Lagerverwaltung

Systemwechsel mit Perspektive: SQL-Business bei Alexander Bürkle


Die Firma Alexander Bürkle GmbH & Co. KG bearbeitet täglich 8.400 Kundenauftragspositionen. In diesem Umfang ist das nur mit einem leistungsfähigen und ständig verfügbaren EDV-System möglich. Bei dem Elektro-Großhändler arbeiten heute 400 Mitarbeiter mit der Unternehmenssoftware SQL-Business des südbadischen Softwarehauses Nissen & Velten. Sie stellen damit sicher, dass alle Bestellungen am Folgetag beim Kunden sind. Trotz umfangreicher individueller Anpassungen der Lösung, konnten auch die nachfolgenden neuen Versionen der Software problemlos installiert werden. Für das laufende Jahr plant das Unternehmen Alexander Bürkle den Start der Einführung von NVinity, dem auf .NET-Technologie basierenden Technologie-Nachfolger von SQL-Business.

Von der Feinsicherung bis zur Straßenlaterne, vom Lichtschalter bis zum Doppeltür-Kühlschrank sowie von der speicherprogrammierbaren Steuerung bis zum Flat-TV: 35.000 verschiedene Artikel liegen im Zentrallager der Firma Alexander Bürkle in Freiburg zum Versand bereit. Alexander Bürkle gehört mit 180 Millionen Euro Umsatz zu den großen Unternehmen im deutschen Elektro-Großhandel. Die Kunden sind Elektroinstallateure, Facheinzelhändler, Industrieunternehmen sowie Behörden und behördenähnliche Institutionen. Sie erwarten, dass die täglich eingehenden 8.400 Kundenauftragspositionen sofort bearbeitet und am folgenden Tag geliefert werden. Unternehmenskritisch ist deshalb die Verfügbarkeit der eingesetzten IT-Systeme.

Bei Alexander Bürkle bildete 26 Jahre lang ein Midrange System der Firma Bull das EDV-Rückgrat des Unternehmens. Die IT-Plattform mit einem COBOL-programmierbaren Sourcecode, den das Unternehmen mit vier eigenen Programmierern entwickelt hatte, lief stabil, war aber zu wenig flexibel. Zudem existierten nach dem Erwerb von drei weiteren Elektro-Großhandlungen vier verschiedene ERP-Systeme innerhalb der Unternehmensgruppe, die sich nicht integrieren ließen.

Operation am offenen Herzen

Infobox
Anwenderunternehmen:
Alexander Bürkle GmbH & Co. KG

Lösung:
Einführung des ERP-Systems SQL-Business

Dienstleister:
Nissen & Velten Software GmbH
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Doch der erste Anlauf zur Einführung eines neuen ERP-Systems blieb erfolglos: Die Einführung von SAP im Jahr 2002 - Anlass war die Euro-Umstellung - wurde nach der so genannten Blueprint-Phase aufgegeben. Gründe waren eine drohende Verdoppelung der Kosten mit der neuen Software-Umgebung und die beschränkten Möglichkeiten zur Anpassung der Software an die spezifischen Unternehmensbedürfnisse.

Im Jahr 2004 folgte ein neuer Anlauf: Gefordert war eine einheitliche Software für die Unternehmensgruppe mit umfassender Standardfunktionalität, eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und einer Updatefähigkeit trotz umfangreicher individueller Anpassungen. Weitere geforderte Features waren die Möglichkeit der Online-Anbindung, Plattformunabhängigkeit sowie die Möglichkeit der Computer-Telefonie-Integration (CTI). Eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation und die Zukunftssicherheit der Lösung standen ebenfalls auf der Wunschliste. Die Produkte Semiramis, Navision, Axapta, proALPHA und SQL-Business kamen in der ersten Runde in die engere Auswahl. Im Oktober 2004 fiel in Freiburg die Entscheidung, die Lösung SQL-Business des ERP-Softwarehauses Nissen & Velten einzuführen.

„Die Mitarbeiter von Nissen & Velten hatten schon in einer frühen Projektphase ein sehr gutes Verständnis für die Abläufe des Großhandels und haben unsere Sprache gesprochen“, erklärt Frank Schoberer, als Geschäftsführer unter anderem für IT und Logistik bei Alexander Bürkle zuständig. Er ergänzt: „Zudem hat es uns sehr gut gefallen, direkt mit den Produzenten der Software zusammenzuarbeiten. Dazu kam das Vertrauen in die Geschäftsführung von Nissen & Velten und ihre Einschätzung, dass 400 Poweruser gleichzeitig auf SQL-Business handeln können.“

Gefallen habe bei Alexander Bürkle aber auch die Roadmap der Produktentwicklung: Die Möglichkeit, durch eine Migration auf das webbasierte Nachfolgeprodukt NVinity eine Perspektive über die kommenden zehn Jahre hinaus zu gewinnen. Frank Schoberer erklärt: „Der Wechsel des EDV-Systems eines Großhandels ist wie eine Operation am offenen Herzen. Das ist eine Erfahrung, die man nicht alle vier Jahre machen möchte.“ Auch Framework Studio, die eigene Entwicklungsumgebung für NVinity, sei für ein Anwenderunternehmen wie Alexander Bürkle, das auch selbst programmiert, ein attraktiver Punkt gewesen.

Startschuss nach acht Monaten

Mit der Entscheidung für SQL-Business fiel der Startschuss für das Einführungsprojekt: Das siebenköpfige Projektteam, das von Mitarbeitern des Softwarehauses und des Elektro-Großhändlers gebildet wurde, führte SQL-Business in nur acht Monaten ein. Am 11. Juli 2005 startete der Live-Betrieb. Während im Projektverlauf manche Herausforderungen wie die Stammdatenübernahme deutlich einfacher zu meistern waren, als ursprünglich erwartet, gab es auch unerwartete Hürden im Detail: So kauft der Elektrogroßhandel Kabeltrommeln ein und verkauft die Kabel dann meterweise weiter. Dabei werden auch Kabel von mehreren Trommeln der gleichen Art parallel entnommen. Um den Lagerbestand in SQL-Business transparent abzubilden zu können, programmierte Nissen & Velten eine eigene Lösung, abgeleitet von der Chargenverwaltung in SQL-Business. Die IT-Abteilung von Alexander Bürkle wiederum investierte viel Arbeit in die Anpassung der Benutzermasken. Es wurde ein rollenbasiertes Konzept aufgesetzt, um für die Sachbearbeiter die Zahl der Eingabefelder zu reduzieren und auf wenigen Bildschirmmasken zusammenzufassen.

„Wenn ich das Einführungsprojekt rückblickend betrachte,“ sagt IT-Leiter Reinhard Sayer: „dann war der Start von SQL-Business von Anfang an durch eine große Funktionalität und eine ausreichende Performance, auch der eingesetzten EDV-Ressourcen, gekennzeichnet. Zumal uns Nissen & Velten im Vergleich zu unserer Bull-Anlage eine derart preiswerte Hardware zum Betreiben von SQL-Business vorgeschlagen hatte, dass wir kaum glauben konnten, dass das System damit laufen würde.“

Eine Lösung für 16 Standorte

Die Performance des Systems war jedoch von Anfang an stabil, obwohl zum Live-Start das Bestellvolumen um mehr als zehn Prozent anstieg - entgegen der ursprünglichen Erwartung, im Sommer einen ruhigeren Geschäftsverlauf und geringere Systemlasten vorzufinden.

SQL-Business wurde sukzessive im Juni 2006 von der Schwesterfirma Emil Ratz in Pforzheim und im Februar 2007 von der Schwesterfirma Ruf Elektrohandel in Mannheim eingeführt. Heute arbeiten 400 Mitarbeiter an 16 Standorten der Unternehmensgruppe mit der Lösung. Server und Software stehen in Freiburg und werden durch eigene Citrix Metaframe Server und VPN-Leitungen für jede GmbH zur Verfügung gestellt. Gemeinsam genutzt wird der Artikelstamm und der gegenseitige Lagerzugriff. Trotz der sehr umfangreichen individuellen Anpassungen wurde die Update-Fähigkeit von SQL-Business nicht beeinträchtigt. Mehrere größere Release-Wechsel gingen jeweils in nur wenigen Stunden über die Bühne.

Alexander Bürkle wird noch im Jahr 2007 damit beginnen, auf die webbasierte ERP-Lösung NVinity umzusteigen. Dies ist Schritt für Schritt möglich, da Nissen & Velten die technischen Voraussetzungen für einen Parallel-Betrieb von SQL-Business- und NVinity-Modulen geschaffen hat.



Über Nissen & Velten

Die Nissen & Velten Software GmbH mit Sitz im südbadischen Stockach wurde 1989 gegründet und beschäftigt heute 36 Mitarbeiter. Sie entwickelt seit 1992 die ERP-Software SQL-Business und hat im Jahr 2006 mit der Upgrade-Lösung NVinity den Technologiewechsel in Richtung .NET vollzogen.

Durch die eingesetzte .NET-Technologie ist NVinity unbegrenzt skalierbar, vollständig internetfähig und zukunftssicher. Die Schichtentrennung von Datenbanken, Business-Logik und Visualisierung für verschiedene Endgeräte ermöglicht grenzenlose Mobilität und macht die Anwender unabhängig von Betriebssystemen und Oberflächen. Die modular aufgebaute Software bietet ERP, CRM, E-Commerce und Controlling aus einer Hand.

Branchenlösungen gibt es für den technischen Großhandel, Versandhandel, Eisenwaren und Werkzeuge, Baustoffe und -beschläge, Chemie, Pharma, Kosmetik und Elektronik. Mithilfe der Entwicklungs- und Customizing-Umgebung Framework Studio lassen sich auch spezifische Prozesse der Anwender problemlos abbilden. Die Update-Fähigkeit der Lösung bleibt dabei vollständig erhalten. Gemeinsam mit einem flächendeckenden Händler- und Partnernetz betreut Nissen & Velten rund 500 Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.



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