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Lizenz-Kosten und -Risiken fest im Griff

Gebrauchte-Software: Die clevere Lizenz-Alternative


Bevor das hauseigene Lizenz-Management endlich greift, wissen viele Unternehmenschefs gar nicht, auf welchem Pulverfass sie sitzen. Chronische Unterlizensierung, die höfliche Umschreibung für zu wenige Software-Lizenzen in der Firma, ist in strafrechtlicher Hinsicht nichts anderes als die Vervielfältigung eins geschützten Werkes ohne Einwilligung des Rechteinhabers. Und da versteht die Softwarebranche selten Spaß: Grundsätzlich haftet der Geschäftsführer persönlich, wenn in seinem Unternehmen Programme ohne gültige Lizenz eingesetzt werden – im Extremfall mit einer mehrjährigen Haftstrafe. Derart drakonische Urteile sind in der Praxis zwar selten, trotzdem ist jeder Firmenchef gut beraten, für peinlichste Ordnung in Software-Bereich zu sorgen. Gerade Mittelständlern fällt es aber häufig schwer, die notwendigen Investitionen für eine einwandfrei gepflegte Lösungs-Landschaft bereit zu stellen.

Kostengünstig und rechtssicher

Eine kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Software-Beschaffung ist der Handel mit Gebraucht-Produkten. Second Hand-Programme sind meist zwischen 25 und 50 Prozent günstiger als Neuware. Der Gebraucht-Markt bietet nicht nur bei Nachlizensierungen Vorteile. Die Unternehmen können sich je nach individuellem Bedarf mit Software eindecken und erhalten Lizenzen, die im regulären Handel oft gar nicht mehr erhältlich ist, für die betriebliche Praxis aber vollkommen ausreichen. Gleichzeitig sind die After-Sales-Leistungen der Anbieter, also Wartung und Support, uneingeschränkt nutzbar, denn Second-Hand-Kunden. genießen dieselben Rechte wie der Erstkäufer. Juristisch ist das alles wasserdicht: Seriöse Händler garantieren ihren Kunden Rechtssicherheit in Form von Ein- und Verkaufsrechnungen sowie von Lizenzzertifikaten. Unangenehme Fragen der Hersteller sind ohnehin nicht zu befürchten, denn Gebrauchthändler sind nicht verpflichtet, die Produzenten über Transaktionen zu informieren.

Vom An- und Verkaufsprinzip profitieren

Zu den wichtigsten Business-to-Business-Anbietern im Second-Hand-Bereich zählt UsedSoft. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und in München handelt ausschließlich mit gebrauchten Software-Lizenzen, die zuvor bereits mindestens einmal an Anwender verkauft worden sind – und zwar direkt von Herstellern oder Händlern. Laut UsedSoft gelangen solche Programme vor allem aus zwei Gründen in den Handel: Entweder fallen Anwendungen aus der Nutzung heraus, zum Beispiel nach Fusionen oder Insolvenzen. Oder Software-Lizenzen werden zwar erworben, kommen aber nicht zum Einsatz. So schätzt etwa das Markt-forschungsunternehmen Gartner, dass 42 Prozent der CRM-Software-Lizenzen nicht genutzt werden. Und laut Meta Group sind 15 Prozent der verkauften Business-Intelligence-Werkzeuge überhaupt noch nie zum Einsatz gekommen.

Darum nutzen Clevere Firmenchefs Second-Hand-Plattformen wie UsedSoft noch aus einem anderen Grund: Nach dem An- und Verkaufsprinzip lassen sich nämlich auch die Lizenzen zu Geld machen, die im Unternehmen nicht mehr benötigt werden. So kann ein Teil des ehemals investierten Kapitals in das Unternehmen zurückfließen. Experten sehen bereits einen neuen Trend: "Die Neigung zur Veräußerung von Anlagevermögen im Bereich Softwarelizenzen wird sich in den kommenden Jahren stark ausweiten", glaubt Axel Oppermann von der Münchner Unternehmensberatung Experton Group.



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