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Wissensmanagement

Social Software bietet Chancen, die wir nutzen sollten


Für Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg, ist die digitale Entwicklung noch lange nicht ausgereizt ist. Ganz im Gegenteil erlebt sie aktuell ein zweites Hoch: weltweit machen die Schlagworte Social Software, Social Computing und Web 2.0 die Runde. Das doIT-magazin (Ausgabe März 2006) fragt, welche Chancen das für Anbieter und Anwender im Südwesten bietet.


Herr Haasis, was steckt hinter dem ominösen Begriff Social Software?
Klaus Haasis: Im Kern geht es um die Idee, dass alle Menschen auf der Welt um "sechs Ecken" miteinander verbunden sind, und dass man diese Beziehungen mit intelligenten Internetanwendungen nutzen kann, um soziale Netzwerke aufzubauen. Dadurch entstehen ganz neue Formen der Zusammenarbeit, Wissensbildung und Information entstehen.


Welche Anwendungen gibt es, die das Prinzip nutzen?
Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg
Klaus Haasis:  In erster Linie Communities und Plattformen, die Menschen zusammenbringen und Kontakte ermöglichen. Beispielsweise myspace.com: erst vor zwei Jahren gegründet, sind dort inzwischen über 54 Millionen Menschen registriert. Sie kommunizieren miteinander und tauschen Nachrichten oder digitale Videoclips aus. Die Reichweite von myspace ist schon zweieinhalb mal so groß ist wie die von Google. Deshalb hat Medienmogul Rupert Murdoch kürzlich 580 Millionen Dollar darin investiert. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Beispiele. Neben dem bekannten Business-Netzwerk OpenBC beispielsweise die Flirt-Plattform icony.de, die von der Reutlinger Agentur 21TORR entwickelt wurde. Daran sind mittlerweile über 60 Partner, darunter die Stuttgarter Zeitung, beteiligt.


Das sind Geschäftsideen, die von Startups und Medienfirmen vorangetrieben werden. Ebenso wichtig ist ja, dass unsere Industrie wettbewerbsfähig bleibt und Arbeitsplätze erhalten kann. Wie können Business-Anwender von den neuen Möglichkeiten profitieren?
Klaus Haasis: Entwickler, Kunden und Interessengruppen organisieren sich heute mit Weblogs, das sind chronologische Online-Publikationen ähnlich Tagebüchern, und gemeinsam erstellten Wissensdatenbanken (Wikist) milliopnenfach selbst im Netz. Ein ungeheures Potenzial, für alle, die Kunden einbinden und das Mitarbeiter-Knowhow besser nutzen wollen! IBM betreibt weltweit bereits über 2.800 Weblogs für das Wissens- und Projektmanagement. Mercedes-Benz setzt seit Anfang Februar Video-Podcasts zur Kundenbindung ein –digitale Filme für den iPod und andere mobile Endgeräte, die man online abonnieren kann. Solche Anwendungen lassen erahnen, wie Social Software zu mehr Effizienz und Effektivität verhilft.


Gibt es auch neue Marktchancen für Softwareanbieter?
Klaus Haasis: Natürlich. Social Software benötigt innovative Technologien, gepaart mit kreativen Konzepten. Dafür ist die Branche in Baden-Württemberg bestens aufgestellt. Ein Beispiel ist die Esslinger Softwareschmiede Centrestage, die kürzlich für T-Systems die innovative E-Channel-Anwendung catablog für das Customer Relationship Management auf den Weg gebracht hat.


Wie wird die Zusammenarbeit im Bereich Social Software und Web 2.0 in Baden-Württemberg weiter vorangetrieben?
Klaus Haasis: Im April startet ein von der MFG moderierter Innovationskreis, in dem Entwickler, Anbieter, Anwender und Forscher zusammenarbeiten und gemeinsam Marktpotenziale erschließen können. Außerdem bieten wir eine Reihe von Veranstaltungen mit hochkarätigen Referenten zum Thema an. Jeder, der die Zukunft mitgestalten will, ist herzlich willkommen.


Vielen Dank für das Gespräch!


 
 
"Geteiltes Wissen ist Macht" - das neue doIT-magazin zeigt auf, welchen Beitrag Wissensmanagement zum Unternehmenserfolg leisten kann. Das von der MFG Baden-Württemberg zur Verfügung gestellte Interview mit Klaus Haasis finden Sie auch auf Seite 7 der März-Ausgabe 2006, die sie kostenlos auf www.doit-online.de als PDF-Dokument beziehen können.



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