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Unternehmensführung / Organisation

Studie: Mittelstand setzt auf Business Intelligence


Ein möglichst umfassender Überblick über das eigene Unternehmen verschafft Wettbewerbsvorteile. Moderne Business Intelligence-Lösungen helfen dem Management, zu überprüfen, ob strategische und operative Ziele erreicht wurden, indem sie alle relevanten Geschäftsdaten bündeln und in Bezug zueinander setzen. Das Marktforschungsinstitut Meta Group prognostiziert dem Markt für BI-Produkte und –Dienstleistungen in den kommenden Jahren großes Wachstumspotenzial. Mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von rund 16 Prozent soll das Segment bis zum Jahr 2007 wachsen.

Die Umfrage, die im April 2004 erschienen ist, zeigt, dass bereits ein Drittel der insgesamt 457 befragten deutschen Anwenderunternehmen eine BI-Lösung im Einsatz hat. Weitere zwölf Prozent sind gerade dabei, eine BI-Lösung zu implementieren oder haben künftig BI-Projekte konkret geplant. Überdurchschnittlich aktiv im BI-Umfeld war bislang vor allem der Finanzdienstleistungssektor, gefolgt von den Branchen Versorgung, Logistik, Telekommunikation, Handel und Dienstleistungen. Auffallend ist, dass bei den zukünftigen Planungen von BI-Projekten die Branchen Versorgung, Logistik und Telekommunikation stark im Vordergrund stehen. Dagegen halten sich die Industrie (prozessorientierte und diskrete Fertigung) sowie der öffentliche Bereich beim Einsatz von BI-Lösungen noch zurück.

Mittelstand holt auf

Die meisten Business-Intelligence-Projekte wurden bisher in Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern durchgeführt, von denen schon über die Hälfte BI im Einsatz hat. Doch auch ein Viertel der Unternehmen des gehobenen Mittelstandes (500-999 Mitarbeiter) hat bereits eine BI-Lösung im Einsatz – Tendenz steigend: Während nur neun Prozent der Großunternehmen in diesem oder im kommenden Jahr eine Implementierung planen, sind es immerhin zwölf Prozent der mittelständischen Unternehmen. Dieser Gruppe sollte daher besondere Aufmerksamkeit seitens der Anbieter entgegengebracht werden, so Andreas Burau, Director Consultant bei der META Group. Es zeigt sich, dass bei dieser Klientel in den nächsten Jahren der größte Bedarf und die größte Investitionsbereitschaft für BI-Lösungen bestehen.

Der Schwerpunkt von BI-Initiativen liegt derzeit (69 Prozent), aber auch zukünftig (74 Prozent) auf dem Thema Enterprise Reporting. Das unternehmensweite Erstellen und Verteilen von Standard-Berichten an eine große Zahl von Anwendern ist eine kostengünstige Möglichkeit und gehört deshalb zu den am stärksten forcierten Initiativen in diesem Jahr. Zu der mit heute 63 Prozent und zukünftig 73 Prozent der Anwenderstimmen zweitwichtigsten Initiative zählen Ad-hoc Query & Analysis.

Mit der BI-Einführung ist es nicht getan

Nach der Einführung einer BI-Lösung stehen heutzutage oft weitere Anschlussprojekte an - beispielsweise im Zusammenhang mit Business Performance Management (BPM). Für strategische Entscheidungen und Zielerreichungsanalysen in den Unternehmen werden von der Geschäftsführung eine immer bessere Konsolidierung der Kennzahlen der Prozesse und eine Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette gefordert. Obwohl Performance Management (70 Prozent) neben der Automatisierung von manuellen Reporting-Tätigkeiten (81 Prozent) zu den zwei wichtigsten Treibern von BI-Projekten gehört, haben sich bisher nur ein Viertel der befragten deutschen Unternehmen mit dessen Umsetzung beschäftigt. Von den BPM-interessierten Anwendern befinden sich derzeit zwölf Prozent im Evaluierungsprozess, sechs Prozent arbeiten an einer BPM-Strategie, vier Prozent befinden sich in der Implementierungsphase und drei Prozent planen die Umsetzung von BPM in 2004-2005.

Bei der Auswahl eines Produktanbieters oder eines Produktes im Business- Intelligence-Umfeld legen die befragten Unternehmen großen Wert auf die Sicherheit, angemessene Lizenzierungskosten, Performance und Benutzerfreundlichkeit. Im Auswahlprozess für Produkte ist in der Regel eine Entscheidung zwischen der Konzentration auf einen einzigen Anbieter („Suite-Anbieter“) und der Wahl des jeweils Besten im Feld ("Best-of-Breed") zu fällen. 67 Prozent der befragten Business- und 60 Prozent der IT-Verantwortlichen präferieren eine Alles-aus-einer-Hand-Strategie. Dies deckt sich auch mit den Trendaussagen des internationalen Researches der Meta Group. Um ihre Anforderungen abzudecken, müssen die meisten großen Anwenderunternehmen derzeit noch in Produkte von mindestens drei BI-Anbietern investieren. Angetrieben durch die gegenwärtige Fokussierung auf das Thema Kostensenkung versuchen die IT-Abteilungen nun allerdings die Anzahl der Anbieter zu reduzieren.

Fast ausnahmslos reagieren die BI-Anbieter ihrerseits mit erweiterten Produkt-Suiten. Die Marktforscher erwarten, dass sich der Markt bis 2007/2008 auf drei bis vier große BI-Anbieter mit umfassenden Suiten konsolidieren wird. Daneben wird eine kleine Gruppe von Spezialisten mit Nischenangeboten bestehen bleiben. Obwohl so gut wie alle BI-Anbieter versuchen, sich als Suite-Anbieter zu positionieren, zeigen Entwicklungen im Softwaremarkt (zum Beispiel ERP, relationale Datenbanken), dass sich oft nur zwei bis vier Anbieter als marktführend positionieren können. Cognos, SAS, Business Objects/Crystal Decisions, Oracle, Hyperion/Brio und MicroStrategy zählen derzeit zu den Anbietern mit einer breiten Produktpalette. Anbieter wie Microsoft, IBM und SAP werden ebenfalls weiter um die Marktführerschaft kämpfen. Um jedoch erfolgreich zu sein, gehört zu der Vision auch eine finanzielle Stärke, um den Übergang vom Best-of-Breed zum Suite-Anbieter zu steuern. BI-Anbieter und Best-of-Breed-Anbieter wie MIK, MIS, arcplan, Informatica, Group1 (Sagent), SPSS und Sybase stehen bei den Anwendern heute ebenfalls auf den Auswahllisten weit oben.



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